Wild auf dem Grill: Grillgenuss für Experimentierfreudige

Wild wird mit den richtigen Kniffen zu einem GedichtWas kommt bei Euch auf den Grill? Lasst uns raten: Es werden wahrscheinlich Steaks, Würste und Fisch sein. Selbst bei vielen eingefleischten Grillfans lässt sich das Grillgut oft auf einen gemeinsamen Nenner zusammenkürzen. Daran ist eigentlich auch nichts falsch. Fleisch von Rind oder Schwein lässt sich auf so viele Arten zubereiten, dass eine Grillsaison garantiert nicht reicht, um sich die „Karte hoch und runter“ zu schlemmen. Wild auf dem Grill – hier ist der eine oder andere Grillfan immer noch ratlos. Ein Grund ist die Vorbereitung. Wild grillen nimmt einfach etwas mehr Zeit in Anspruch. Und dieser Mehraufwand schreckt immer noch ab. Eigentlich zu Unrecht, denn Wild vom Grillrost kann eine kleine Geschmacksexplosion am Gaumen entfalten – wenn Ihr alles richtig macht.

Wild: Unbedingt vorher einlegen …

… ist eine der althergebrachten Weisheiten. Hintergrund: Wild hat einen ausgeprägten Eigengeschmack. Nicht zu verwechseln ist dieser Geschmack mit dem Hautgout. Hierbei handelt es sich um ein Anzeichen für einsetzende Verwesung. Vor der Erfindung von Kühlschrank und Kühlkammern konnte Wild schon mal etwas länger im Fell hängen – das Fleisch nahm den Hautgout an.

Und genau hier liegt der Grund dafür, dass Wild mit Buttermilch mariniert oder gebeizt wird/wurde. Wildfleisch muss – aufgrund der heute üblichen Standards – nicht mehr entsprechend behandelt werden. Es sei denn natürlich, dass Ihr den Geschmack des Gebeizten schätzt oder den Eigengeschmack überdecken wollt. Aber das wäre Perlen vor die Säue zu werfen.

Übrigens: Ob Wild auf dem Grill zart wird oder Ihr auf einer Schuhsohle kaut, wird auch vom Alter des Tieres abhängen. Jährlinge sind von Natur aus zarter.

Wer beim typischen Wildgeschmack nicht gleich in die Vollen gehen will, probiert einfach Wildschwein aus. Bei einem Überläufer (Wildschweine im zweiten Lebensjahr) hält sich der Geschmack etwas zurück, das Fleisch passt perfekt zum „Wildbeginner“.

Kräuter & Marinade: Es ist alles erlaubt

Wie soll ich mein Wild vor dem Grillen würzen? Klassische Wildgewürze sind:

  1. Wacholder
  2. Lorbeer
  3. Thymian
  4. Piment
  5. Rosmarin.

Ihr könnt euch natürlich strikt an die Vorgaben aus Großmutters Rezeptbuch halten. Wo bleibt da aber der Pfeffer? Zubereiten nach Kochbuch war gestern. Wer am Grill etwas Erfahrung hat, kann Wild auch mal ganz anders zubereiten – etwa mit einer Jerk Würzmischung aus der kreolischen Küche.

Wichtig: Marinade und Gewürze vor dem scharf Anbraten immer vom Fleisch abwischen. Letztere verbrennen nur – es tut sich am Ende niemand damit einen Gefallen.

Wie wird Wild gegrillt: Ab aufs Grillrost

Grundsätzlich sollte Wild wie jedes andere Fleisch nicht direkt vom Kühlschrank auf das heiße Rost wandern. Durch den starken Temperaturunterschied nimmt das Fleisch Spannung an und wird fester. Ein zweiter Aspekt betrifft das Grillen selbst. Wild ist von Haus aus mager, was sich aus der Lebensweise der Wildtiere erklärt.

Mageres Fleisch braucht auf dem Rost einfach etwas mehr Aufmerksamkeit. Zu empfehlen ist scharfes Anbraten bei großer Hitze. Hat das Wild Farbe bekommen – sprich Röstaromen angenommen – geht’s in die Zone mit der niedrigeren indirekten Hitze. Auf diese Weise zirkuliert der Fleischsaft und das Fleisch bleibt schön saftig. Tipp: Um den idealen Gargrad nicht zu verpassen, gibt es bei uns im Grillzubehör die passenden Grillthermometer.

Nach dem Garen das Fleisch einfach noch etwas ruhen lassen. Natürlich entscheidet sich das genaue Vorgehen am Fleischstück. Kurzgebratenes will auch beim Wild auf dem Grill anders behandelt werden als ein kompletter Wildschweinnacken.

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